Mangelhaften Gebrauchtwagen gekauft?

Einen Gebrauchtwagen zu erwerben kann eine sinnvolle Anschaffung sein, denn die meisten Neuwagen verlieren innerhalb der ersten drei Jahre 50 Prozent vom Neupreis. Die Freude über den Gebrauchtwagenkauf ist jedoch schnell dahin, wenn der Gebrauchtwagen nicht bekannte Mängel, oder außergewöhnlich hohen Verschleiß aufweist. Anschließend stellt man sich als Käufer die Frage, welche Sachmängelrechte Erfolg versprechen und für welche Defekte der Verkäufer haften muss. Dies gilt auch, wenn Ansprüche gegenüber dem privaten Verkäufer ausgeschlossen wurden.

Haftung Schäden beim Kauf eines Gebrauchtwagen

Bei Kauf von Privatpersonen kann die Haftung im Vertrag ausgeschlossen werden. Wobei hier zu beachten ist, dass diese Haftung nicht automatisch gilt, sondern ausdrücklich in den Kaufvertrag mit aufgenommen werden muss. Ein Musterkaufvertrag von privat zu privat enthält in der Regel einen Sachmängelhaftungsausschluss. Bringen Sie jedoch den Kaufvertrag ohne Haftungsausschluss mit, oder setzen diesen nur auf einem Blatt Papier auf, so gilt der Haftungsausschluss nicht automatisch.

Der Händler muss grundsätzlich die Haftung für Mängel am Fahrzeug für ein Jahr übernehmen. Ein Ausschluss der Haftung von Händler zu Privat ist nicht möglich und die Haftung kann auch nicht verkürzt werden. Unternehmer ist jedoch nicht nur das bekannte Autohaus oder der Autohändler, sondern jeder Unternehmer der gewerblich tätig ist. Also auch der Handwerker oder Steuerberater. Der Gebrauchtwagen Kauf über ein Autohaus ist für den Privatkäufer deshalb die sichere Möglichkeit bei Kauf.

Gebrauchtwagen Angebote

Schäden sind beim Gebrauchtwagen aufgetreten – Haftungsdauer

Während bei Verkauf von privat an privat der Sachmängelhaftungsausschluss am verkauften Auto zugunsten des privaten Verkäufers ausgeschlossen werden kann, haftet der Autohändler vom Gesetz her für zwei Jahre für Sachmängel. Bei Gebrauchtwagen kann jedoch die Sachmängelhaftungsfrist durch den Kaufvertrag auf ein Jahr verkürzt werden. Dies ist inzwischen eine übliche und gängige Praxis.

Mangel oder Verschleiß beim Gebrauchtwagenkauf

Die Gerichte haben zahlreiche Urteile über Mangel oder Verschleiß erlassen. So ist eine falsch eingestellte Spur bei einem acht Jahre alten Auto ein Verschleiß. Der Defekt einer Freilaufnabe jedoch ein Mangel. Nicht jeder auftretende Schaden am Gebrauchtwagen fällt unter die gesetzliche Haftung. Denn bei einem Gebrauchtwagen muss davon ausgegangen werden, dass Gebrauchsspuren vorliegen und das Auto auch entsprechend genutzt wurde. Speziell bei defekten teuren Verschleißteilen, wie einem Getriebe stellt sich jedoch die Frage, ob ein Verschleiß oder Sachmangel vorliegt. Der Mangel muss nämlich vom Käufer bewiesen werden. Dazu muss der Mangel bereits bei Fahrzeugübergabe vorgelegen haben, damit dieser in die Sachmängelhaftung fällt. Kauft die Privatperson das Auto vom Händler, so gilt für den privaten Käufer die Beweiserleichterung in den ersten sechs Monaten. Dadurch wird vermutet, dass der Mangel bereits bei Übergabe vorgelegen hat. Nach dieser Zeit muss der Käufer dem Händler beweisen, dass der Mangel bereits bei Übergabe vorgelegen hat, was sehr schwierig bis unmöglich ist.

Privater Verkäufer hat Haftung ausgeschlossen – trotzdem Ansprüche möglich?

Bei Kauf eines Gebrauchtwagen von privat kann die Sachmängelhaftung ausgeschlossen werden. Der private Gebrauchtwagen Verkäufer haftet dann nur für arglistig verschwiegene Mängel, wie einen Unfallschaden oder große bekannte Probleme mit dem Motor. Dies gilt auch dann, wenn der Verkäufer nicht über Mängel befragt wurde. Der private Verkäufer muss den Gebrauchtwagenkäufer ohne ausdrückliche Frage darauf hinweisen, ob Probleme vorliegen, oder es als Beispiel ein EU Fahrzeug ist.

Angebotsanforderung
Wie kann ich den Gebrauchtwagen Verkäufer auffordern, für den Mangel zu haften?

Sobald für den Gebrauchtwagen Käufer fest steht, dass eine arglistische Täuschung vorliegt oder garantierte Eigenschaften nicht vorhanden sind, muss er schriftlich zur Beseitigung, Nachbesserung oder Lieferung eines mangelfreien Autos auffordern. Bei Gebrauchtwagen läuft dies in aller Regel auf die Nachbesserung hinaus. Sofern der Autohändler die Nacherfüllung verweigert, oder nach zwei Nachbesserungsversuchen den Schaden nicht behebt, kann der Gebrauchtwagen Käufer vom Kaufvertrag zurücktreten, oder eine deutliche Minderung des Kaufpreises verlangen.

Ein Rücktritt vom Kaufvertrag wäre auch möglich, dann muss jedoch der Käufer für die bereits gefahrenen Kilometer eine Entschädigung bezahlen. Ein Rücktritt ist wegen unerheblichen Mängeln, wie einer nicht perfekt funktionierenden Klimaanlage ausgeschlossen. Zur Durchsetzung seiner Ansprüche ist dann ein Sachverständiger und Rechtsanwalt zu beauftragen. Wird der Rechtsstreit gewonnen, trägt der Verkäufer auch alle Kosten, die mit der Nachbesserung zusammen hängen, wie Abschleppkosten, Fahrtkosten oder Reparaturversuche. Auslagen für einen Mietwagen müssen nicht übernommen werden, denn diese Kosten lassen sich nur bei einem nachweislichen Verschulden des Verkäufers geltend machen.

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